Jeden Tag begegnen wir Lebensweisheiten, Lehrsätzen oder dürfen neue Dinge dazulernen. Manche davon berühren uns mehr als andere. Eigentlich kann man aber nur in der Rückschau sagen, welche eine echte Änderung im Denken hervorgerufen haben.
Ich möchte euch heute die wichtigsten Sätze aufzählen, die mich als Mensch geprägt haben.
Vielleicht regen euch diese Sätze zum Nachdenken an. Vielleicht sagt ihr: „Ja, genau so sehe ich es auch!“. Oder ihr könnt mit einigen Sätzen gar nichts anfangen. Nicht alles muss für jeden gleich gut passen. Aber ich hoffe, jeder von euch kann zumindest einen Satz für sich mitnehmen.
Herzlichst, eure Petra!
1. Was du nicht änderst, wählst du.
Als ich den Satz das erste Mal hörte klang er wie ein Vorwurf. Als wäre ich schuldig an meinem eigenen Versagen. Ich habe etwas gebraucht, um den tieferen Sinn darin zu erkennen. Dieser Satz ist keine Schuldzuweisung, er eröffnet eine Möglichkeit. Er ist kein moralischer Prüfstein sondern eine Einladung zur Ehrlichkeit.
Wenn ich in einer Situation bleibe, bleibe ich. Wenn ich schweige, entscheide ich mich fürs Schweigen. Wenn ich nichts verändere, akzeptiere ich den Status quo. Aber ich kann auch anders. Veränderung ist der Schlüssel, das eigene Schicksal in die Hand zu nehmen.
In diesem Satz steckt viel Selbstbestimmung. Mehr, als sich im ersten Moment gut anfühlt. Aber auch mehr Gestaltungsspielraum, als ich mir früher zugestanden hätte.
2. Dankbarkeit ist die Grundlage eines positiven Alltags.
An Tagen, an denen vieles nervt, hilft es, seinen Blick konkret auf die hellen Momente zu richten: Was war heute gut? Ein Gespräch. Ein ruhiger Moment. Etwas, das funktioniert hat. Denn nie ist alles immer schlecht, auch wenn es für uns manchmal so scheint.
Ein gutes Mittel, um mit einem neuen Blick zu starten, ist ein Dankbarkeitstagebuch. Das kann ich jedem empfehlen, der neu im Thema Veränderung der Selbstwahrnehmung ist. Denn hier werden Gedanken geführt und man lernt, worauf es ankommt.
Das Aufschreiben schärft den Fokus und mit der Zeit verändert sich die Wahrnehmung. Der Alltag wird nicht perfekt. Aber er wird ausgewogener.
3. 69 Tage für neue Routinen. Dinge dauern so lange, wie sie dauern.
Das führt eigentlich fast schon nahtlos in meinen nächsten Satz: Gras wächst nicht schneller, wenn man daran zieht. Ich war und bin immer noch ungeduldig. Ich möchte, dass Dinge gleich funktionieren und dann bitte am besten auch gleich perfekt laufen.
Neue Gewohnheiten brauchen Wochen bis Monate, bis unser Gehirn sie verinnerlicht und routiniert hat. Als ich das lernte, nahm das unglaublich Druck raus.
Veränderung gründet auf Wiederholung, nicht auf Motivation und Dinge dauern so lange, wie sie dauern. Dieser Satz hilft mir, Dranbleiben höher zu bewerten als schnelle Ergebnisse, warten nicht als Ärgernis, sondern als Notwendigkeit zu akzeptieren und Geduld zu praktizieren.
4. Jeder Mensch handelt aus seiner besten Option heraus.
Dieser Satz hört sich erstmal an, wie eine Entschuldigung. So ist er aber gar nicht gemeint. Vielmehr erklärt er Dinge, die wir im ersten Moment nicht verstehen. Entscheidungen einer Person entstehen aus dem Wissen, der Reife und der emotionalen Situation, die sie in diesem Moment hat. Das gilt für gute wie für schlechte Taten gleichermaßen. Das gilt auch für Dinge, die wir als persönlichen Fail sehen. Hätten wir es besser gekonnt, hätten wir es besser gemacht. Es verändert den Blick auf andere und auf mich selbst.
Diese Perspektive relativiert Fehler nicht, sondern sie macht Entwicklung möglich und verhindert unnötige Selbstgeißelung, die wahrscheinlich eher blockiert, als uns weiterbringt.
5. Du bist der wichtigste Mensch in deinem Leben.
Das klingt größer, als es gemeint ist. Eigentlich ist es ganz pragmatisch.
Wenn ich dauerhaft meine Grenzen ignoriere, spüre ich es schnell. Mir gehen Geduld und Energie aus, ich bin gereizt und unkonzentriert. Und plötzlich betrifft das nicht nur mich, sondern auch meine Umgebung. Ich kann nicht mehr die Mutter, die Partnerin oder die Chefin sein, die ich gerne sein will. Ich fange an, Freude und Familie und mich selbst zu vernachlässigen.
Auch wenn es nicht jeden Tag konsequent gelingt, bleibt dieser Satz ein innerer Reminder: Ohne mich läuft mein Leben nicht. Für mich gut zu sorgen, ist kein Luxus, sondern Voraussetzung.
6. Freunde sind die Familie, die man sich aussucht.
Freundschaften entstehen freiwillig und genau deshalb sind sie wertvoll.
Sie tragen sich nicht von allein. Sie brauchen Interesse, Ehrlichkeit, Zeit und auch ein großes Maß an Akzeptanz. Sie fordern von uns die meiste Beziehungsfähigkeit, denn für Freundschaften gilt: Es gibt keine Veranlassung zu bleiben, wenn es nicht funktioniert so wie in der Ursprungsfamilie in der wir auf ewig Kind, Eltern oder Geschwister sind. Wir sind zu keiner Zeit aneinander gebunden. Und im Gegensatz zu einer romantischen Beziehung in der man eventuell Mängel auf einer Beziehungsebene mit einer anderen ausgleichen kann, funktioniert das in Freundschaften nicht.
Freundschaften bieten außerdem für unseren heutigen funktionellen Alltag etwas extrem Befreiendes: Sie sind nicht zweckgebunden. Man hat Freunde einfach so. Weil es schön ist, weil man Spaß hat, weil man sich gut versteht.
Und genau deshalb bieten sie die Chance, Menschen um sich zu versammeln, die Wegbegleiter für ein ganzes Leben sein können. Ohne Bedingungen einfach nur weil man sich liebhat, Werte teilt und gut zueinander passt.
7. Nichts ist zu hundert Prozent sicher. Es gibt keine Garantie.
Gute Planung erleichtert unseren Alltag. Sie gibt Struktur und Halt und kann uns durch turbulente Zeiten helfen, aber Sicherheit bleibt trotzdem relativ. Bei allem was wir tun, sollten wir uns bewusst sein, dass es zu keinem Zeitpunkt eine Garantie für Beziehungen, Projekte, Gesundheit oder Erfolg gibt. Und das gilt, egal wie gut wir vorsorgen. Das kann verunsichern, aber wenn wir den Gedanken einmal für uns akzeptiert haben, dann ist er auch entlastend.
Wenn perfekte Planung und absolute Sicherheit gar nicht erreichbar sind, können wir unsere Erwartungen und Ansprüche auch senken. Wir handeln freier und im Bewusstsein, dass wir flexibel bleiben müssen, denn Dinge ändern sich und zwar ständig.
Mir konkret hilft der Satz dabei, Entscheidungen auch zu treffen, wenn noch nicht alles zu 100 Prozent geklärt ist. Die Alternative ist ewig dem Perfekten nachzurennen, dabei aber eigentlich stehen zu bleiben, während sich die Welt da draußen weiter dreht. Vielleicht ist dann nicht alles makellos und abgesichert, aber ich mache eine Tür auf hinter der es weiter geht. Alles ist besser als zu erstarren.
8. Bereue nichts.
Dieser Satz ist so monumental und tiefgreifend obwohl er so einfach ist. Er ist die Absolution, die wir alle ganz dringend brauchen im Leben und er vereint so viele der zuvor genannten Sätze.
Alles was ich erlebt habe, jede einzelne Entscheidung, jedes Wort, jede Tat, jeder Schritt, das bin ich heute! Etwas in der Vergangenheit ändern zu wollen, würde meine komplette Realität heute mit verändern.
Selbstverständlich finde ich nicht alles super, was ich im Leben gemacht habe und vielleicht wären manche Entscheidungen anders klüger gewesen, aber ich kann die damalige Version von mir nur mit dem Wissen von damals beurteilen. Alles andere wäre unfair. Und damals war es die beste Option. Hier zu bereuen bindet nur Energie und hält mich fest, stattdessen versuche ich zu reflektieren, nach vorne zu schauen und meine Zukunft mit diesen Erkenntnissen zu gestalten.